Alle Beiträge von Freundeskreis Berlin Pankow–Ashkelon

Delegation aus Israelischen Nachbarschaftsheimen in Berlin-Pankow

Vom 11. bis 17. September 2014 weilte auf Initiative unseres Kooperationspartners Freizeithaus Weißensee eine Delegation aus Israelischen Nachbarschaftsheimen in Berlin-Pankow. Die sechs Israelis genossen ein vielseitiges Programm, lernten Berlin von verschiedenen Seiten kennen und waren bei uns auf dem Jubiläumsfest der Städtepartnerschaften an der Alten Mälzerei.

Auf dem Fest an der Alten Mälzerei
Auf dem Fest an der Alten Mälzerei
Jugendliche des Art Camps präsentieren ihre Ergebnisse
Jugendliche des Art Camps präsentieren ihre Ergebnisse

Rundgang über den Jüdischen Friedhof Weißensee

Delegation von Stadt und Stadtverwaltung Ashkelon zu Besuch

Vom 7. bis 11. September 2014 weilten sechs Vertreter/innen der Stadt und Stadtverwaltung Asheklon auf Einladung des Bezirksamtes Pankow in Berlin. Mit dabei waren:

  • Efi Mor, Stellvertretender Bürgermeister
  • Ilana Marcus, Rechtsanwältin und Justiziarin
  • Galit Cohen, Planung und Strategie der Stadtverwaltung
  • Dafna Biton, Jugend und Jugendarbeit
  • Mazal Levi, Sozialamt.
Jüdisches Pankow: vor der Lauder Beth Zion Grundschule an der Synagoge, Rykestrasse. v.l.n.r. Efi Mor, Judith Zinner (Schulleiterin), Mazal Levi
Jüdisches Pankow: vor der Lauder Beth-Zion Grundschule an der Synagoge Rykestrasse.
v.l.n.r. Efi Mor, Judith Zinner (Schulleiterin), Mazal Levi

Sie besuchten die Reichstagskuppel, den Berliner Fernsehturm, das Strassenfest in der Florastrasse in Pankow und der Jüdischen Gemeinde, das Holocaust-Mahnmal sowie das Jüdische Museum. Auf der Sitzung des Gleichstellungsausschusses und der Städtepartnerschaften der BVV verschafften sie sich einen Eindruck über unsere demokratische politische Kultur. Auf dem Festakt des Bezirksamtes erfuhren sie einen warmherzigen Empfang durch engagierte Pankower/Innen und den Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Herrn Yakov Hadas-Handelsman.

Dafna Biton auf dem Strassenfest der Jüdischen Gemeinde in der Fasanenstrasse am 7. September 2014
Dafna Biton auf dem Strassenfest der Jüdischen Gemeinde in der Fasanenstrasse am 7. September 2014



Mit freundlicher Unterstützung von TiC
www.tic-berlin.de
Tourist Information Center und Tourismusportal Berlin Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee.

ART CAMP 2014

Vom 9.–14. September 2014 wird in der Jugendkunstschule Pankow das ART CAMP 2014 stattfinden. 20 Jugendliche aus Pankow und aus Kolobrzeg (Polen), einer der beiden Partnerstädte des Bezirks Pankow, können sich begegnen. Unter Leitung von Lev Tochner (Ashkelon) und Berliner Künstlern werden die Jugendlichen an künstlerischen Workshops teilnehmen und sich in verschiedenen Mal- und Zeichentechniken ausprobieren, gemeinsam Theater spielen und in einer Bildhauerwerkstatt kreativ sein.

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Weitere Informationen

Stolpersteine für Therese und Max Oppenheimer

Am 7. August 2014 wurden von Gunter Demnig in der Pankower Breiten Straße 29b Stolpersteine für Therese und Max Oppenheimer verlegt.

Therese und Max Oppenheimer wohnten in der Breite Straße 31 (heute 29b). 1936 mussten sie unter Zwang das Haus räumen. Dr. Max Oppenheimer verstarb 1941 in Berlin, seine Frau wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort 1944 ermordet.

Amnon Carmi, Gunter Demnig und Yehida Chelouche

An der bewegenden Zeremonie nahmen die Enkel des Ehepaars Oppenheimer – Yehida Chelouche und Amnon Carmi, hier im Bild mit Gunter Demnig – teil.

Stolpersteine für Therese und Max Oppenheimer

Im Anschluss wurden vom Künstler weitere Stolpersteine für Irma Schwarz in der Kreuzstraße 13, Dora Herschander, Sander und Zelba Bengis in der Berliner Straße 26 sowie Conrad und Frieda Danziger und Emil Leyser in der Westerlandstraße 16 verlegt.

Die Verlegung der Stolpersteine wurde durch die Stolpersteingruppe Pankow, die GESOBAU und den Bezirk Pankow unterstützt.

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Veranstaltungen zum 20-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft

Zum 20-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Ashkelon–Pankow im September 2014 erwarten wir zwei Delegationen aus Israel.

Den Beginn macht eine sechsköpfige Delegation von Vertreter/innen der Stadt und der Stadtverwaltung aus Asheklon, die vom 7.–11. September in Berlin sein wird. Folgende Veranstaltungen haben wir geplant:

Montag, 08.09.2014, 10:30 Uhr
Besuch der Reichstagskuppel

Mittwoch, 10.09.2014, 10:00–13:00 Uhr
Stadtspaziergang durch das Jüdische Pankow

Anschließend wird eine Delegation der Ashkeloner Nachbarschaftshäuser in Berlin sein. Wir planen gemeinsam mit unseren Gästen diese Veranstaltungen:

Samstag 13.09.2014, 19:30 Uhr
Filmvorführung »Im Himmel unter der Erde« über den Jüdischen Friedhof Weißensee – mit anschließender Diskussion mit den israelischen Gästen und der Regisseurin Britta Wauer.
Jugendkunstschule, Neue Schönholzer Str. 10

Sonntag 14.09.2014, 10:00–13:00 Uhr
Führung über den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee mit Reinhard Männe, 2. Vorsitzender des Fördervereins Jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee Berlin; mit Übersetzung ins Hebräische.
Treffpunkt: 09:45 Uhr am Eingang Herbert-Baum-Straße
Für unsere Gäste und die Vereinsmitglieder wird es anschließend ein gemeinsames Essen im Restaurant Sarkes/Gürtelstrasse geben.

Beide Veranstaltungen sind öffentlich und interessierte PankowerInnen sind herzlich eingeladen.

Auskunft zum weiteren Besuchsprogramm der zweiten Ashekloner Delegation erteilt Christoph Lewek (lewek@sozkult.de).

Und schließlich in eigener Sache:

Samstag 13.09.2014, 13:00–18:00 Uhr
Der Freundeskreis Berlin Pankow–Ashkelon e.V. stellt sich auf dem »Fest an der Panke« in der Alten Mälzerei vor.

(Dieser Artikel wurde am 24. August 2014 aktualisiert.)

Einladung zur Mitgliederversammlung des Freundeskreises Pankow-Ashkelon

Zeit: Dienstag, 03.06.2014, 18:30–ca. 21:00 Uhr
Ort: Kleiner Ratssaal im Rathaus Pankow, Breite Strasse 24 A–26

Auf der Tagesordnung stehen:

  • Präsentation unserer Homepage
  • Finanzen
  • Bericht über das Vorbereitungstreffen zur deutsch-israelischen Kommunalkonferenz des deutschen Städtetages
  • Stand der Projekte zum Städtepartnerschaftsjubiläum 12.–14.09.2014
  • Vereinsfahrt nach Israel 2015

Zusätzlich: Arbeit der Stolpersteingruppe in Pankow, Bericht von Herrn Hochhuth

Eva Erben in Pankow

Eva Erben aus Ashkelon wurde 1930 im Sudetenland geboren. Sie überlebte Theresienstadt und Auschwitz-Birkenau und wanderte nach Israel aus. Ihre Erinnerungen wurden in dem Buch »Fluchten. Wie ein junges Mädchen den Holocaust überlebte« veröffentlicht.

Am 30. Januar 2014 besuchte Eva Erben Pankow und trug sich in das Goldene Buch ein.

Eva Erben im Goldenen Buch von Pankow, 2014
Eva Erben im Goldenen Buch von Pankow, 2014

Nachtrag vom 18. Februar 2014: Mehr über Eva Erben und ihr Buch schreibt Ingrid Müller-Mertens in ihrem Bericht über eine Lesung im Centrum Judaicum in der Berliner Umschau.

Trinationales ART CAMP 2014

Im Dezember 2013 gab es zur Vorbereitung des ART CAMP in der Jugendkunstschule Pankow ein erstes Treffen mit dem israelischen Künstler Lev Tochner aus Ashkelon. Herzlich begrüßt wurde er vom Bezirksbürgermeister von Pankow, Matthias Köhne, der Vorsitzenden des Freundeskreises Berlin Pankow-Ashkelon e.V., Ines Koenen, und der Leiterin der Jugendkunstschule Pankow, Ines Lekschas, sowie dem Vorsitzenden des Fördervereins der Jugendkunstschule Pankow, Christian Badel. Im September 2014 wird in der Jugendkunstschule Pankow ein ART CAMP stattfinden. 30 Jugendliche aus drei unterschiedlichen Ländern können sich in einer Woche begegnen und austauschen. Die Jugendlichen kommen aus Berlin-Pankow und aus den beiden Partnerstädten Ashkelon (Israel) und Kołobrzeg (Polen). Sie werden an verschiedenen Workshops unter Leitung von Künstlern aus Berlin, Ashkelon und Kołobrzeg teilnehmen. Zum »Fest an der Panke« im September 2014 werden die Ergebnisse der trinationalen Werkstattwoche dann in einem geeigneten Rahmen zu sehen sein.

Matthias Köhne, Bezirksbürgermeister von Pankow, Lev Tochner, Ashekolon, Initiator des Jugendkunstcamps, Ines Lekschas, Leiterin der Jugendkunstschule
Matthias Köhne, Bezirksbürgermeister von Pankow, Ines Lekschas, Leiterin der Jugendkunstschule, Lev Tochner, Ashekolon, Initiator des Jugendkunstcamps

Ashkelon 2013 – Israel-Reise des Bezirks Pankow

Ein Reisebericht von Fabian Weißbarth

Mit seinen 129.000 Einwohnern kann sich die Küstenstadt Ashkelon mittlerweile mit den ganz Großen in Israel messen lassen. Die Nähe zum von der Hamas regierten Gaza und dem wachsenden Raketenterror tuen dem Wachstum Ashkelons bislang keinen Abbruch. Im Gegenteil: In den letzten 10 Jahren zog es mehr als 40.000 Einwohner hierher. Am Mittelmeer gelegen, erfreut sich die Stadt gerade bei jungen Familien höchster Beliebtheit. Die Anzahl an jungen Paaren ist Israelweit hier am größten. Steigende Miet- und Eigentumspreise im Rest des Landes beschleunigen diese Entwicklung.

Von dem wachsenden Potential Ashkelons, konnten sich Anfang Mai eine Delegation des Pankower Bürgermeisters Matthias Köhne überzeugen lassen. Seit 1997 besteht zwischen Weißensee und Ashkelon eine offizielle Städtepartnerschaft, die noch immer Bestand hält. In den vergangenen Jahren hat es mehrfach Besuche gegeben. Vor zwei Jahren gründete sich der Freundeskreis Pankow-Ashkelon e.V., um die Städtepartnerschaft dauerhaft zu fördern. Erst im November vergangenen Jahres trafen sich Vertreter des Weißenseer Freizeithauses mit dem örtlichen Katznelson Community Center und konnten dabei auf frühere Kontakte aufbauen. Hatten es frühere Delegationsbesuche schwer, einen dauerhaften Austausch verschiedener Akteure zu ermöglichen, markiert die jüngste Delegationsreise nun hoffentlich einen Wendepunkt auf dem Weg zu einer tragfähigen und zukunftsfähigen Städtepartnerschaft. Insbesondere für den Bereich Jugend, Schule und Kunst erhoffen wir dabei Chancen und haben hierfür die Israelweit einmalige Jugendkunstschule und erneut das Katznelson Community Center besucht.


Neben Vertretern aller in der BVV vertretenden Fraktionen begleiteten uns auch Christian Badel von der Jugendkunstschule Pankow, der sich umgehend am ersten Tag unseres Besuchs über ein Gespräch mit Zipi Golan, der engagierten Direktorin dieser Ankunft-Modellschule, freuen konnte. Schüler im Alter von 6–18 Jahren lernen und arbeiten gemeinsam auf dem kleinen Campus in den Bereichen Kunst, Musik und Tanz. Das Gebäude wurde zum Teil von der bekannten israelischen Künstlerin Ilana Schofir, den früheren Ashkelon-Besuchern bekannt, mit Mosaiken gestaltet und bietet Raum für die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder, die neben ihrer speziellen Arbeit an Skulpturen oder beim Ballett, wie die meisten israelischen Schüler auch, gleichsam für Mathematik und Hebräisch büffeln müssen.

Die Schüler kommen selbst aus den unterschiedlichsten Nachbarschaften der Stadt. Ein festgelegter Schlüssel sichert die soziale Durchmischung und soll zugleich sozialen Aufstieg ermöglichen. Absolventen der Schule schafften es in der Vergangenheit nach oben. Allein vier Alumni studieren an der Kunstschule Weißensee. Ein Lehrer der Schule pflegt selbst beste Kontakte nach Pankow und pendelt regelmäßig zwischen Ashkelon und Berlin.


Ashkelon ist zwar eine noch sehr junge Stadt, die noch im Aufbau scheint und noch lange nicht fertig ist. Doch ist die Stadt selbst 5.000 Jahre alt. Im Jahr 1300 wurde der Kern der früheren Küstenmetropole zerstört. Im selben Zeitraum übrigens wurde Pankow gegründet, die Stadturkunde weist das Jahr 1250 auf.

Vom Versuch der Stadtverwaltung, das historische Erbe zu wahren und für die Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, berichtete uns der Historiker Gad Sobol. Die Stadtverwaltung sieht hierin eine wesentliche Chance, Ashkelon für Touristen attraktiver zu machen. Die Baumaßnahmen am Mittelmeer-Strand zeugen von dieser Hoffnung. Das Klima ist mild, der Strand fast noch unberührt, der Yachthafen idyllisch. Doch wenige Wochen nach dem Ashkelon-Besuch wurde die Umgebung der Stadt mit vier Raketen aus dem benachbarten Gaza-Streifen beschossen.


Die Vertreter der Stadt und Bürgermeister Benny Vaknun empfingen die Delegation auch am Rande der »offiziellen« Programmpunkte mit besonderer Herzlichkeit. Der Pankower Bürgermeister lud seinen Ashkeloner Amtskollegen für das kommende Jahr zu einem Gegenbesuch nach Berlin ein, um das zwanzigjährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern.

Im Rathaus von Tel Aviv wurde die Pankower Delegation von Vize-Bürgermeister Asaf Zamir und von den Direktorinnen für Internationale Beziehungen sowie Bildung, Kultur und Sport empfangen. Wesentlicher Gesprächsinhalt war der Jugendaustausch zwischen Pankow und Tel Aviv. Dieser zählt sowohl in Deutschland als auch in Israel zu den kontinuierlichsten und erfolgreichsten seiner Art. Vertieft werden konnten die Kontakte zwischen den Basketball-Jugendabteilungen von Alba Berlin, die ihren Sitz im Jahnsportpark in Prenzlauer Berg hat, und von Maccabi Tel Aviv.

In Jerusalem besuchte die Pankower Delegation zunächst die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Anschließend traf sie Vertreter der Jerusalemer Stadtverwaltung und die Direktorin des Künstlerprojektes HomeBase, Anat Litwin, um sich über die nächsten Vorhaben von HomeBase zu informieren. HomeBase ist ein internationales Künstlerprojekt, das in New York gegründet wurde und seit 2010 seinen Sitz in Pankow hat.